Aufruf zu Solidarität und Humanität

Klares Bekenntnis zu Solidarität und Humanität als Grundpfeiler eines offenen,
vielfältigen Deutschlands und Europas: Foto: Henning Schacht, © Amnesty International

01. Oktober 2015 - Unser Europa steht an einem Scheideweg. Wie wollen wir leben? Wer wollen wir sein? Wollen wir diejenigen sein, die sich mit Stacheldraht abschotten? Wollen wir diejenigen sein, die unsere Haltung von der aktuellen Befindlichkeit und der Kassenlage abhängig machen? Oder wollen wir diejenigen sein, die nicht von ihren Werten abrücken. Die für Menschlichkeit und die Wahrung von Menschenrechten stehen.

Darum starten wir anlässlich des Nationalen Flüchtlingstags am 2. Oktober gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern, Nichtregierungsorganisationen und Gewerkschaften, Flüchtlingsinitiativen und Künstlern sowie Künstlerinnen den bundesweiten Aufruf "Für ein Europa der Menschenrechte".

Ziel ist es, ein breites Spektrum gesellschaftlicher Kräfte zu vereinen und möglichst viele Menschen in Deutschland zu erreichen und dafür zu gewinnen, unseren Aufruf zu unterzeichnen und sich zu unseren gemeinsamen Werten zu bekennen:

• Humanität und Solidarität
• der Wahrung von Menschenrechten
• sicheren Zugangswegen und fairen Asylverfahren
• Schutz vor Hetze und Anschlägen
• einer offenen, menschlichen und von Vielfalt geprägten Gesellschaft

Unterzeichnen Sie jetzt unseren Aufruf und bekennen Sie sich zu einem Europa der Menschenrechte! 

25 Jahre nach der Wiedervereinigung formuliert unser Aufruf ein breit verankertes Selbstverständnis: Asyl ist ein Menschenrecht! Solidarität, Mitgefühl und Humanität gehören zu einem offenen, vielfältigen Deutschland und zu Europa!

"Die beteiligten Organisationen und Institutionen setzen sich zum Teil bereits seit Jahrzehnten für Flüchtlinge und gegen Rassismus ein. Solidarität und Humanität gehören zu den Grundpfeilern dieser Arbeit", sagt Sara Fremberg, Sprecherin der Initiative 'Für ein Europa der Menschenrechte'. "Das ehrenamtliche Engagement der vergangenen Wochen, mit dem sich Menschen in Deutschland, aber auch Österreich und Ungarn für die Ankommenden eingesetzt haben, hat uns auf überwältigende Weise gezeigt, dass wir mit dieser Überzeugung nicht alleine sind. Vielmehr handeln wir im Konsens mit großen Teilen der Gesellschaft. Diese vielen Stimmen gilt es nun zu bündeln."

"Europa definiert sich nicht nur über seine ökonomische Stärke und seine spezifische Topographie, sondern über gemeinsame Werte", sagt die Schriftstellerin Tanja Dückers, Unterzeichnerin des Aufrufs bei der Bekanntmachung. "Als Berlinerin, die 21 Jahre mit einer Mauer vor der Nase aufgewachsen ist, wünsche ich mir kein Europa, in dem wieder neue Schlagbäume, Grenzen, Zäune und Mauern errichtet werden. Viele Menschen haben über lange Zeit für ein freies Europa gekämpft, viele sind dafür gestorben - eine leichte Errungenschaft war dieses offene Europa nicht. Wir dürfen es jetzt angesichts der sich stellenden Herausforderungen nicht aufs Spiel setzen."

"Angesichts der rassistischen Gewalt gegen Schutzsuchende und rechtsextremen Populismus wollen wir ein Zeichen der Solidarität setzen. Das große Engagement für Flüchtlinge in den vergangenen Wochen hat gezeigt, dass wir hier einen breiten Konsens in der Gesellschaft haben. Jetzt geht es um die schnelle Integration von Flüchtlingen in gute Arbeit und Ausbildung. Dabei sind menschengerechte Arbeitsbedingungen und Mindestlohnstandards unverzichtbar", sagt Annelie Buntenbach, Mitglied des Bundesvorstands des Deutschen Gewerkschaftsbundes.

Mehr als 50 Organisationen, Künstler und Künstlerinnen sowie engagierte Einzelpersonen sind bereits dabei. Unterzeichnen auch Sie unseren Aufruf auf: www.europa-der-menschenrechte.org