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Unter dem Motto “Gewalt gegen Frauen – Erfahrungen aus Indien” durfte Amnesty Hamburg zwei starke Persönlichkeiten im Gängeviertel begrüßen. Am 08. September 2015 lud der Amnesty International Bezirk Hamburg und die Hochschulgruppe Hamburg die zwei Aktivistinnen Asha Kowtal, General Secretary All India Dalit Women’s Rights Forum (AIDMAM) und Nusrat Khan, Researcher on Women’s Rights, Amnesty International India, ein.


 

Anlässlich des Besuchs organisierte der Bezirk einen gemeinsamen Brunch um mehr über die Arbeit der beiden Frauen in Indien zu erfahren. Das Event fand im Gängenviertel statt und wurde vom Café Nash mit kleinen Snacks und Getränken unterstützt. Die beiden Aktivistinnen berichten von ihren jeweiligen Projekten, die wir euch hier nicht vorenthalten möchten.

 

 

Asha Kowtal leitet in ihren Bericht ein, in dem sie den ca. 20 Teilnehmern das Kastensystem in Indien erläutert. Auch wenn die indische Verfassung seit 1949 jede Diskriminierung aufgrund von Kasten verbietet, richtet sich das Leben weiterhin nach diesem System. Die Volksgruppe der Dalit wird in diesem System kein Platz zugeordnet, mit der Konsequenz, dass außerhalb  bzw. unterhalb dieses Kastenwesen stehen und keinerlei Rechte besitzen. Menschen, die das Pech haben, in diese Gruppe reingeboren zu sein, müssen die niedersten Aufgaben der indischen Gesellschaft ausüben – ohne die geringste Chance jemals in der Gemeinde aufzusteigen. Die „Unberührbaren“ – wie sie auch genannt werden und insbesondere die Frauen besitzen keine Rechte und können auch nicht auf den Schutz von der Polizei hoffen. Dalit-Frauen sind in Indien also doppelter Diskriminierung ausgesetzt. Asha Kowtal und die Organisation Dalit Women’s Rights Forum machen mit unterschiedlichen Aktionen Dokumentation auf diesen weit verbreiteten Missstand aufmerksam – mit dem Ziel den Dalit Frauen ein Leben in Würde und Sicherheit zu ermöglichen. Unter #DalitWomenFight könnt ihr in den sozialen Medien mehr erfahren und euch einsetzen!

 

Auch Nusrat Khan macht sich mit Amnesty International India für Frauen auf dem Subkontinent stark. Das Projekt #ReadToReport soll die weibliche Bevölkerung ermutigen sexuelle Übergriffe bei der Polizei zu Anzeige zu bringen. Damit aber auch häufiger Gewaltverbrechen gemeldet werden, musst erst ermittelt werden, wieso sich Frauen meist dagegen entscheiden zur Wache zu gehen. Der Grund dafür liegt meist an der Polizei selbst: Desinteresse, aber auch fehlendes Know-how im Umgang mit solchen Situationen führt häufig dazu, dass sich Frauen nicht ernst genommen fühlen oder ihr Fall gar nicht aktenkundig wird. Um die Kampagne #ReadyToReport zum Erfolg zu führen musste also erst einmal die Polizei für diese Problematik sensibilisiert werden. 

 
Erst dann kann die Ansprache der Frauen beginnen. Mittels Infobroschüren und weiteren Werbemitteln werden die Frauen ermutigt sexuelle Übergriffe via Handy zu melden um eine Strafverfolgung möglich zu machen. Mehr Informationen zu dieser Aktion findet ihr auch auf: www.readytoreport.in

Neben allen Teilnehmern möchten wir ein großes Dankeschön an das Gängeviertel und das Café Nash,aussprechen, die diesem Brunch einen großartigen Rahmen gaben.