Folgen Sie uns:

Viele Künstler unterstützen die Arbeit von Amnesty International und setzen sich aktiv für Menschenrechte ein. So auch die Jungs der US-Punkrockband Anti-Flag. Am 9. November 2015 gaben sie ein Konzert in der Fabrik in Altona und Amnesty International war dabei – mit großem Erfolg!

Pittsburgh, Pennsylvania, in den 1970er Jahren: Die Stahlkrise war auf ihrem Höhepunkt, viele Menschen verloren ihre Arbeit und die Stadt erlebte einen wirtschaftlichen Tiefpunkt. Außerdem war die Punkmusik auf dem Vormarsch und mitten hinein geboren in diese Zeit wurden „Justin Sane“, „Pat Thetic“, „Chris Head“ und „Chris #2“. „Die Zeit hat uns politisch geprägt“, verrät Chris #2 im Amnesty International-Interview. Heute spielen die vier Punkrock und Hardcore in der Band „Anti-Flag“ und setzen sich damit für Menschenrechte ein. „Wir sind alle gleich, egal wo wir geboren wurden“ - dieser Gedanke ist fest verankert in den Köpfen der Jungs aus Pittsburgh, die in einer multikulturellen Nachbarschaft aufwuchsen.

Ungefähr 20 Jahre sind sie nun schon im Musikbusiness. In der „Fabrik“ in Hamburg Altona gaben sie am 9. November 2015 ein Konzert mit Unterstützung der Vorbands Red City Radio, Trophy Eyes und The Homeless Gospel Choir. Und gleich neben dem Merchandise-Stand der Musiker hatte die Amnesty International Hochschulgruppe der Universität Hamburg ihren Info-Stand. Im Gepäck eine Petition, die eine angemessene Gesundheitsversorgung für traumatisierte Geflüchtete fordert. Diese wird in Deutschland bereits aktiv durch sogenannte psychosoziale Betreuungszentren für Folteropfer professionell durchgeführt. Jedoch können sie nur etwa 15% des Versorgungsbedarfs abdecken und ihre Leistungen werden nicht von der gesetzlichen Krankenversicherung anerkannt. Europäisches Recht verpflichtet die Bundesrepublik Deutschland dazu, Folterüberlebenden, die in Deutschland Schutz suchen, medizinische und psychologische Behandlung zu ermöglichen. Amnesty International fordert deshalb schnelle Maßnahmen zur Beseitigung des eklatanten Mangels in der Versorgung dieser besonders verletzlichen Geflüchteten durch eine verbindliche Finanzierungsgrundlage der psychosozialen Behandlungszentren.
Die Stimmung vor Ort war super. Viele Konzertbesucher kamen in den Pausen zwischen den Bandauftritten zum Amnesty-Stand, informierten sich und unterschrieben die Petition. Alle gingen ausgesprochen freundlich miteinander und ließen sich gerne von Amnesty International ansprechen – Musik verbindet eben. Eine besondere Freude war es, als zwei Amnesty International-Mitglieder die Chance bekamen, selbst auf der Bühne zu stehen. Vor der Zugabe wurden sie von Anti-Flag-Leadgitarrist und Sänger Pat Thetic auf die Bühne gebeten und als „besondere Freunde“ der Band vorgestellt. Und das ist noch nicht einmal übertrieben. Schon seit Jahren unterstützen die US-Punkrocker die Menschenrechtsorganisation. Im Jahr 2013 nahem sie zum Beispiel zusammen mit anderen Musikern wie Billy-Talent-Gitarrist Ian D'Sa, Bernd Kurtzke von den Berliner Beatsteaks und der Münsteraner Band Donots den Song „Toast of Freedom“ neu auf. Der ursprüngliche Song wurde anlässlich des 50. Geburtstags von Amnesty International von Carl Carlton und Larry Campbell geschrieben. Die Punk-Rock-Neuauflage wurde inspiriert durch die Inhaftierung der russischen aktivistischen Punk-Band Pussy Riot.

Zurück zum Konzert: Auf der Bühne wurde die Chance von den Amnesty International-Mitgliedern genutzt, um noch einmal auf die mitgebrachte Petition aufmerksam zu machen und um Unterstützung dafür zu werben. Denn auch darum geht es der Band Anti-Flag wie im Amnesty International-Interview deutlich wurde: Mit Kraft der Musik auf Unrecht aufmerksam machen und gemeinsam eine Bewegung dagegen zu erschaffen. Das Publikum applaudierte. Es gab einen verschwitzte Umarmung der Band-Mitglieder und einen weiterer Ansturm der Konzertbesucher auf den Amnesty International-Stand. Über 130 Unterschriften kamen so am Ende für die Petition für eine angemessene Gesundheitsversorgung für traumatisierte Geflüchtete zusammen.

Für Amnesty International, und hoffentlich für alle anderen aus,  war es ein erfolgreicher, wunderschöner Abend!

Das ganze Interview mit Chris #2 gibt es auf Soundcloud zu hören, unter „soundcloud.com/amnestyhh“.

Die Petition für eine angemessene Gesundheitsversorgung für traumatisierte Geflüchtete kann online unterzeichnet werden unter: www.stopfolter.de/


Henriette Bunde, Gruppe 1006, BezirkssprecherInnen-Team