Folgen Sie uns:

Zu einer besonderen Aktion machten sich Schülerinnen und Schüler der 8. bis 10. Klassen am letzten Dienstag auf den Weg in die Hamburger City. Der Wahlpflichtkurs „Amnesty International“ unter der Leitung von Herrn Buzuk hatte sich in diesem Schuljahr intensiv mit dem Thema der der Flüchtlinge aus dem Mittleren Osten und Nordafrika auseinander gesetzt, denen in ihrer Heimat Haft, Misshandlungen oder Folter drohen und die in ihrer Not den gefährlichen Weg über das Mittelmeer wagen um in EU-Staaten Asyl zu suchen.

Alleine in 2011 sind geschätzt über 1500 Seeflüchtlinge bei der riskanten Überfahrt ums Leben gekommen. Um auf dieses Elend aufmerksam zu machen, hat der Wahlpflichtkurs einen Flashmob vor dem Mönckebrunnen organisiert, an dem rund 230 Klassenkameraden aus ihren Stufen teilnahmen. Begleitet von dem Sound von Tamburins wurde eine blaue Plane ausgebreitet, auf die die Schülerinnen und Schüler 150 knallgelbe, selbst gefaltete Boote auslegten - symbolhaft für ein Zehntel der pro Jahr zu Tode kommenden Flüchtlinge. Dass die vier großen blauen Boote, die die Ecken des „Meeres“ zieren sollten, nicht so recht aufrecht stehen wollten, tat dem gelungenen Gesamteindruck keinen Abbruch.

 

In ihrer Ansprache erklärten vier Mitglieder des Wahlpflichtkurses, Charlotte, Philine, Mina und Julius, die Hintergründe für ihre Aktion und verdeutlichten das Flüchtlingselend und stellten in ihrer Durchsage per Megafon die folgenden Forderungen an den Hamburger Bürgermeister Olaf Scholz:

„Herr Bürgermeister Scholz!

Wir fordern Sie […] dazu auf, sich im Bundesrat stark zu machen für eine menschliche Asylpolitik in Deutschland und Europa, die nicht nur auf dem Papier steht!

Herr Bürgermeister Scholz!

wir bitten Sie dringend, dass Sie im Namen unserer Stadt und in Erinnerung an die Solidarität, die wir Hamburger in der Not erfahren haben, den 300 nordafrikanischen Flüchtlingen die helfende Hand reichen! Herr

Bürgermeister Scholz!

Helfen Sie, den unwürdigen Zustand zu beenden, in dem sich diese Menschen in Not befinden; helfen Sie, den für uns Hamburger unwürdigen Zustand zu beenden, notleidenden Menschen mitten unter uns die Hilfe zu versagen; helfen Sie, die hamburgische Solidarität wieder sichtbar zu machen.“

Bei einem anschließenden „Sit-In“ und einer Schweigeminute gedachten nicht nur die CvO-Schüler, sondern auch Passanten, die die Aktion beobachtet hatten, der Toten auf dem Mittelmeer und den Flüchtlingen allgemein.

Die Presse und auch das NDR-Fernsehen waren anwesend und haben über diese Solidaritätsbekundung berichtet.

Diese Aktion hat ein Zeichen gesetzt und auf die schrecklichen Schicksale der Flüchtlinge hingewiesen. Natürlich gibt es zu diesem Thema unterschiedliche Ansichten, was auch die hitzige Diskussion mit einem älteren Herrn zeigte, der sich im Anschluss an die Aktion zunächst mit den Schülern und dann mit Herrn Buzuk auseinandersetzte. Aber wenn ein solches Event dazu führt, dass über ein Thema gesprochen wird, ist schon viel erreicht und der erste Schritt für Hilfsmaßnahmen getan!

Wir möchten an dieser Stelle auch noch einmal darauf hinweisen, dass die Teilnahme der Schüler an dieser Veranstaltung natürlich freiwillig war und dass niemand entgegen seiner Überzeugung daran teilnehmen musste.

(UvB 06.2013)