EIN TOAST AUF DIE FREIHEIT
 
Unter diesem Motto stand unsere große Geburtstagsfeier auf dem Paul-Nevermann-Platz in Altona am 21. Mai von 14 – 19 Uhr. Eine mobile Bühne, ein Info-Stand im Amnesty-Pavillon, Helfer vom Arbeitskreis Öffentlichkeit, der Gruppe 1172, kostenloser Strom aus einem Laden, viele Künstler, die natürlich unentgeltlich zur Feier des Tages auf der Bühne standen, ganz tolles Wetter und gut gelaunte, interessierte Passanten – das war der Mix für eine rundum gelungene Veranstaltung zum 50. Geburtstag von Amnesty International.
Wie es sich für eine Geburtstagsfeier gehört, haben wir den Stand und die Bühne mit Luftballons geschmückt, die natürlich bei den kleinen Zuschauern heiß begehrt waren. Die Eltern waren gern zu einer kleinen Spende bereit und schon bald sah man in der Fußgängerzone vor dem Mercado und im Bahnhof Altona überall die Amnesty Kerze.
Achim Buch, Schauspieler aus dem Ensemble des Hamburger Schauspielhauses, hat die Moderation übernommen: mit Leidenschaft, guter Laune und viel Einfühlungsvermögen für die unterschiedlichen Künstler. Dabei hat er natürlich den speziellen Anlass nicht aus den Augen verloren und alle Zuschauer immer wieder dazu eingeladen, am Info-Stand auf die Freiheit anzustoßen. Dieses Angebot wurde dann auch gern angenommen und für eine Spende von 2 Euro gab es dann auch den gelben Becher mit der schwarzen Logo-Kerze dazu.
Den Auftakt auf der Bühne machten die CP Young Voices. Dieser junge Chor aus Poppenbüttel trat bereits am 10. Dezember bei der Veranstaltung „Bühne frei für die Menschenrechte“ im Hauptgebäude der Universität Hamburg auf. Die CPs zeigten Auszüge ihres unter der Leitung von Susanne Kriete entwickelten Bühnenprojektes aus gesprochenen Texten und Gesangsstücken, von Hip Hop über moderne Gospelsongs bis hin zu Pop-Musik.
Im Anschluss hielt Professor Norman Paech eine kurze Geburtstagsansprache: Glückwünsche zum 50sten und ein Rückblick auf die Entwicklung von Amnesty seit der Gründung.
Ganz spontan war der Beitrag von drei Frauen von der Ahmadiyya Muslim Gemeinschaft in Hamburg. Sie berichteten von den Repressionen gegen Ahmadi Muslime, die sich für Toleranz, Gewaltlosigkeit und gegen die Unterdrückung der Frauen einsetzen. Viele Passanten blieben stehen – die drei haben viel Aufmerksamkeit und Beifall bekommen.
Die Liederfee, eigens aus dem Ruhrpott mit ihrer Gitarre angereist, sang eigene Lieder. Erfrischend freche, provokante und witzige Texte zu Musik ganz in der Liedermacher-Tradition kam bei allen Zuschauern gut an und so wurde sie mit viel Applaus belohnt.
Eine Performance ganz anderer Art zeigte Haji Brown – ein in Hamburg lebender Amerikaner aus Georgia. In seinen HipHop-Songs thematisiert er eigene Erfahrungen, aufgewachsen als Schwarzer im tiefsten Süden der USA, in einem Bundesstaat, wo heute noch die Todesstrafe vollstreckt wird.
Auch die Information sollte nicht zu kurz kommen: Henning Horns vom Arbeitskreis Öffentlichkeit gab ein Interview zur Geschichte des Hamburger Bezirks.
Ein weiteres Highlight war der Auftritt des Brasilianers Joel Dias mit seiner Capoeira Gruppe Meia Lua Inteira. Schnell hatte sich eine große Zuschauermenge gebildet - der rasante Kampftanz begeisterte das Publikum und sogar Moderator Achim Buch ließ sich in den Kreis ziehen und hat mitgemacht.
Als Letzte kamen die Hamburg Gossenhauer mit Gitarre und Cajons auf die Bühne: Claus Vaith, Oliver Heck und Malte Hansen präsentierten eine Show mit handgemachter Livemusik von Rock, Friedensliedern bis zu REM. Um 19 Uhr war auch die Liederfee zurück und die Gossenhauer holten alle Helfer von Amnesty auf die Bühne und wir alle zusammen sangen „love love love“ von den Beatles zum Abschluss.
Dagmar Fitz, AK Öffentlichkeit