Briefe schreiben - Ihr Brief kann leben retten!

Rebiya Kadeer | © Stephan Anderegg

«Dank den Tausenden Briefen von Amnesty-Mitgliedern verbesserten sich meine Haftbedingungen: Ich durfte meine Kinder einmal pro Monat sehen und erhielt medizinische Hilfe. Die Briefe haben mir die innere Kraft gegeben, weiterzumachen.»

Abdolfattah Soltani (Iran)

Inhaftiert wegen seiner legitimen Aktivitäten als Menschenrechtsverteidiger.

Abdolfattah Soltani, geboren am 2. November 1953, ist ein international anerkannter Rechtsanwalt, der viele Opfer von Menschenrechtsverletzungen im Iran verteidigt hat und dadurch selbst zum Ziel politischer Verfolgung wurde.

Er ist - zusammen mit Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi - Gründungsmitglied des inzwischen verbotenen Zentrums für Menschenrechtsverteidiger(CHRD). Ziel des CHRD war es, über Menschenrechtsverletzungen im Iran zu berichten, die kostenlose rechtliche Vertretung politischer Gefangener zu übernehmen und die Angehörigen von politischen Gefangenen zu unterstützen.

Am 10. September 2011 wurde Abdolfattah Soltani festgenommen und wegen „Verbreitung von regimefeindlicher Propaganda“, „Gründung einer illegalen Oppositionspartei“ und „Versammlung und Verschwörung, um die nationale Sicherheit zu stören“ angeklagt. Weiterhin wurde ihm vorgeworfen, „einen illegalen Preis und illegale Ehrungen“ entgegen genommen zu haben. Dies bezieht sich auf den Internationalen Nürnberger Menschenrechtspreis, der ihm 2009 verliehen wurde.

weiterlesen

Azam Farmonov (Usbekistan)

Inhaftiert, weil er sein Grundrecht auf freie Meinungsäußerung in Anspruch genommen hat!

Azam Farmonov ist ein Mitglied der unabhängigen Menschenrechtsorganisation Human Rights Society of Uzbekistan (HRSU). Man verurteilte ihn am 15. Juni 2006 wegen Erpressung zu einer Haftstrafe von neun Jahren. Bei seiner Verhandlung war kein Rechtsbeistand anwesend. Die Verurteilung stützte sich größtenteils auf erzwungene Zeugenaussagen. Azam Farmonov hatte seine Unschuld stets beteuert. Er wurde während seiner Untersuchungshaft gefoltert und anderweitig misshandelt. 

Im April 2015 war Azam Farmonov vom Jaslyk-Gefängnis in die Untersuchungshaftanstalt in Nukus verlegt worden. Er hätte Ende April 2015 aus der Haft entlassen werden sollen.

Am 21. Mai 2015 erhielt die Ehefrau des gewaltlosen politischen Gefangenen Azam Farmonov, Ozoda Yakubova, einen Anruf von einem ehemaligen Häftling der Untersuchungshaftanstalt in Nukus. Er teilte ihr mit, dass Azam Farmonov von dem Strafgericht der Region Kungrad zu einer weiteren Haftstrafe von fünf Jahren verurteilt wurde. Ihm wird vorgeworfen, gegen Gefängnisregeln verstoßen zu haben. Er wurde unter Paragraf 221 des usbekischen Strafgesetzbuchs wegen „Ungehorsams gegen gerechtfertigte Anordnungen der Verwaltung der Strafanstalt“ für schuldig befunden. Ozoda Yakubova hat keine Kenntnis über die exakten Verstöße, die Azam Farmonov zugeschrieben wurden. Das Gericht informierte sie weder über die Verhandlungstermine, noch war es ihr oder anderen unabhängigen Beobachter_innen möglich, bei dem Gerichtsverfahren anwesend zu sein. Die Person, die Ozoda Yakubova anrief, gab an, dass man Azam Farmnov in das Jaslyk-Straflager verlegt habe – ein entlegenes Hochsicherheitsgefängnis im Nordwesten der Region Karakalpakstan. Dort hatte er seine ursprüngliche neunjährige Haftstrafe verbüßt.

Unter Paragraf 221 des Strafgesetzbuchs ist es möglich, Häftlinge wegen Verstößen gegen Gefängnisregeln zu weiteren Haftstrafen von bis zu fünf Jahren zu verurteilen. Es gibt keine öffentlich zugängliche und offizielle Liste von Gefängnisregeln. Ihre Anwendung erscheint oft als willkürlich und politisch motiviert. Ein Einspruch vor dem Regionalgericht wurde abgelehnt, die Rechtsanwälte wollen nun vor das Oberste Gericht Usbekistans ziehen.

Werden Sie aktiv und fordern Sie vom Präsidenten Usbekistans:

  • Azam Farmonov unverzüglich und bedingungslos freizulassen,
  • eine Untersuchung der Foltervorwürfe, die von ihm erhoben wurden, zu veranlassen,
  • ein Ende jeglicher Folter und Misshandlung von Gefangenen.

Musterbrief